Keine Umwandlung des Landschaftsschutzgebietes

Beverau - Eselsweg

in Bauland

Hände weg von der Bever-Aue! Rettet die Kaltluft!

"Vernünftige Einsicht zu haben, ist die größte Tugend, und Weisheit ist es, Wahres zu reden und gemäß der Natur zu handeln, indem man auf sie hört.“ Heraklit

Download: InfoFlyer “STOP der Zerstörung unser Aachener Grünfinger”


WOrum es geht:

Die Stadt Aachen arbeitet an der Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans. Im Sommer 2014 fand insoweit die erste öffentliche Anhörung der Bürger statt. Hier wurde erstmals öffentlich bekannt, dass die Stadt erwägt, unter anderem auch eine Dreiecksfläche südwestlich des vielen Aachenern bekannten und beliebten Eselsweges auf Beverau sowie eine Fläche in Forst als Bauland auszuweisen. Derartige Überlegungen stoßen jedoch bei vielen Aachenern auf Ablehnung. Es handelt sich bei dem in Rede stehenden Weideland nämlich um ein seit über 50 Jahren bestehendes Landschaftschutzgebiet

Auch in der Umweltprüfung der Stadt Aachen aus dem Jahr 2014 heißt es, dass eine Umwandlung des Landschaftsschutzgebietes in Bauland mit sehr erheblichen Auswirkungen auf die Landschaft, Pflanzen und Tiere, das Grundwasser und das Klima verbunden sei. Hinzu treten erhebliche Auswirkungen auf den Boden und auf Oberflächengewässer. Fazit: „Die Planung ist mit erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch verbunden.“

Zum Erhalt des Landschaftsschutzgebietes hat sich im Sommer 2014 die Bürgerinitiative "Erhalt des Landschaftsschutzgebietes Eselsweg - Beverau" gegründet.  Sie wurde bisher von Herrn Lutz Dechamps und Frau Irma von Agris vertreten. Am 25. September 2017 wurde mit 23 Mitgliedern der Umwelt- und Landschaftsschutz Aachen-Beverau e.V. gegründet. Er ist Mitglied der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU), einem anerkannten Naturschutzverein.

Bei der Prüffläche Beverau handelt es sich um ein Kaltluftentstehungsgebiet mit besonderer Bedeutung; das geografische Institut der RWTH Aachen rät im Klimagutachten aus dem Jahre 2000 dort von einer Bebauung kategorisch ab („Bebauungsgrenzen streng einhalten“). Die in der Bever-Aue produzierte Kaltluft fließt über das Beverbachtal, die Erzbergerallee und das sog. Belgier Viertel in das tiefer gelegene Frankenberger Viertel und teilweise auch in das Kurgebiet Burtscheid. Die unmittelbar am Nellessenpark entstehende frische Kaltluft bewirkt damit einen Austausch oder zumindest eine Durchmischung von schadstoffbelasteter Luft und verbessert damit die Luftqualität; bei Hochdruckwetterlagen gelangt oftmals nur über diese Kaltluftströme Frischluft in die Innenstadt.

Von besonderer Bedeutung ist in diesen Zusammenhang, dass die im Februar 2016 eingerichtete Umweltzone an die Adenauerallee und damit unmittelbar an das Plangebiet Beverau grenzt. In diesem Geltungsbereich des Luftreinhalteplans sind Verbesserungen der Luftqualität dringend notwendig, und es droht sogar ein Dieselfahrverbot. Vor diesem Hintergrund verbietet es sich aus unserer Sicht, die Frischluftzufuhr zu beeinträchtigen.

Überdies dürften erhebliche Verkehrs- und Lärmprobleme zu erwarten sein, weil die Kreuzung Adenauerallee/Erzbergerallee schon jetzt stark befahren ist. Ferner steht die Umwandlung des Landschaftsschutzgebiets in Bauland vielen Zielen des Masterplans (Projekt „Aachen 2030“) diametral entgegen: Erhalt der siedlungsnahen Grünflächen zur Klimatisierung des Stadtkerns und Sicherstellung quartiersnaher Erholung sowie größere Rückzugsräume für Artenvielfalt etc.

Von großer Relevanz ist auch die durch die Umweltprüfung der Stadt Aachen noch nicht umfassend untersuchte wassertechnische Problematik. Es handelt sich nämlich um ein Quellgebiet mit unterirdischen Zuläufen zum Beverbach. Anwohner berichten, dass die Weide bei starkem Regen komplett unter Wasser steht. Nicht abzusehen ist, welche Auswirkungen eine Bebauung und weitere Versiegelung des Bodens auf die Grundwassersituation der näheren Umgebung haben könnte.

All diese Argumente haben wir in den letzten fünf Jahren in zahlreichen Gesprächen den jeweiligen Ausschussmitgliedern näher gebracht. Schon recht früh signalisierten die Grünen eine Unterstützung unseres Anliegen. Sodann sprach sich auch die CDU für den Erhalt des Landschaftsschutzgebietes aus, und schließlich - im Planungsausschuss - legte sich auch die SPD in diesem Sinne mit guter Begründung fest. In diesem Ausschuss wurde mit 16 zu 2 Stimmen beschlossen, die Prüffläche Beverau nicht in die Offenlage zu geben, dem anders lautenden Vorschlag der Stadtverwaltung also nicht zu folgen. In zahlreichen überzeugenden Redebeiträgen wurde ausgeführt, dass insbesondere durch unsere sachliche Argumentation massive Zweifel an die Richtigkeit der städtischen Umweltprüfung hervorgerufen worden seien; die Gefahr einer Fehlentscheidung sei daher zu groß gewesen. Hervorgehoben wurde u.a. das Engagement vieler Menschen, die Bedeutung der Bever-Aue als Kaltluftentstehungsgebiet und seine Belüftungsfunktion für das Frankenberger Viertel. Abgesehen davon sei die Erschließung eines etwaigen Baugebietes zwischen Eselsweg und Löwenstein-Kaserne überaus schwierig.

Unseren Entscheidungsträgern gebührt großer Dank, dass sie sich neben etlichen anderen auch problematischen Prüfflächen so eingehend mit der Beverau beschäftigt und eine umsichtige Folgenabwägung getroffen haben. Die Bedenken der Bevölkerung wurden ernst genommen und professionell reflektiert - in Aachen funktioniert die Demokratie!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!