Keine Umwandlung des Landschaftsschutzgebietes

Beverau - Eselsweg

in Bauland


Geplante Umwandlung des Landschaftsschutzgebietes Beverau in Bauland (rote Flächen)

WOrum es geht:

Die Stadt Aachen arbeitet an der Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans . Am 23. Juni fand insoweit die erste öffentliche Anhörung der Bürger statt. Hier wurde erstmals öffentlich bekannt, dass die Stadt erwägt, unter anderem auch eine Dreiecksfläche südwestlich des vielen Aachenern bekannten und beliebten Eselsweges auf Beverau sowie in Forst als Bauland auszuweisen. Derartige Überlegungen stoßen jedoch bei vielen Aachenern auf Ablehnung. Es handelt sich bei dem in Rede stehenden Weideland nämlich um ein seit Jahrzehnten bestehendes Landschaftschutzgebiet. Es wurde mit folgenden Zielen festgesetzt:

  1. Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und der Nutzungsfähigkeit der Naturgüter; insbesondere zum ökologischen Ausgleich in einem Siedlungszentrum;
  2. Erhalt der Vielfalt, Eigenart oder Schönheit des Landschaftsbildes;
  3. Sicherung der  besonderen Bedeutung für die Erholung insbesondere zur Sicherung von Freiflächen im Stadtgebiet.

Warum diese Zielsetzungen heute keinen Bestand mehr haben sollen, erschließt sich uns nicht. Auch in der aktuellen Umweltprüfung der Stadt Aachen heißt es, dass eine Umwandlung des Landschaftsschutzgebietes in Bauland mit sehr erheblichen Auswirkungen auf die Landschaft, Pflanzen und Tiere, das Grundwasser und das Klima verbunden sei. Hinzu treten erhebliche Auswirkungen auf den Boden und auf Oberflächengewässer. Fazit: „Die Planung ist mit erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch verbunden.“

Zum Erhalt des Landschaftsschutzgebietes hat sich im Sommer 2014 die Bürgerinitiative "Erhalt des Landschaftsschutzgebietes Eselsweg - Beverau" gegründet. Sprecher ist Herr Lutz Dechamps (E-Mail: lutz.dechamps@gmx.de). Die Bürgerinitiative hält die angedachte Baulandausweisung insbesondere aufgrund der erheblich betroffenen Umweltbelange für rechtswidrig. Überdies dürften erhebliche Verkehrs- und Lärmprobleme zu erwarten sein, weil die Kreuzung Adenauerallee/Erzbergerallee schon jetzt stark befahren ist. Ferner steht die Umwandlung des Landschaftsschutzgebiets in Bauland vielen Zielen des Masterplans (Projekt „Aachen 2030“) diametral entgegen: Erhalt der siedlungsnahen Grünflächen zur Klimatisierung des Stadtkerns und Sicherstellung quartiersnaher Erholung sowie größere Rückzugsräume für Artenvielfalt etc.

Nicht nur die Wiese am Eselsweg ist von den Bauplänen bedroht. Auch in Forst (s. Karte oben) soll eine Wiesenfläche den Bauplänen zum Opfer fallen. Mit dieser Fläche beschäftigt sich schwerpunktmäßig unsere Partner-Bürgerinitiative ERHALTET DAS SCHÖNTHALAuf der Homepage www.erhaltet-das-schoenthal.de sind weitere interessante Fakten zusammengetragen.

Von großer Relevanz ist auch die durch die Umweltprüfung der Stadt Aachen noch nicht umfassend geprüfte wassertechnische Problematik. Es handelt sich nämlich um ein Quellgebiet mit unterirdischen Zuläufen zum Beverbach. Anwohner berichten, dass die Weide bei starkem Regen komplett unter Wasser steht. Nicht abzusehen ist, welche Auswirkungen eine Bebauung und weitere Versiegelung des Bodens auf die Grundwassersituation der näheren Umgebung haben könnte.

 

Was können SIE tun ?

Der Flächennutzungsplan ist zum jetzigen Zeitpunkt in der Entwurfsplanung. Die Bürger können und sollen sich dazu äußern! Machen Sie von Ihrem Recht Gebrauch! Das geht formlos per E-Mail an die Stadt Aachen an: flaechennutzungsplan@mail.aachen.de oder über das Onlineformular der Stadt Aachen. Sprechen Sie Freunde und Nachbarn an und kontaktieren Sie die Politiker im Stadtrat und in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte.